Übergriffe und Hetz-Flugblätter in Oldenburg

Hetz-Flugblätter

 

Aufmerksame Bürger haben vergangene Woche im Oldenburger Stadtteil Osternburg Flugblätter der rechtsextremen selbsternannten "Aktionsgruppe Weser-Ems" aufgesammelt. Die Gruppe um den Wilhelmshavener Aktivisten Jens Wagenlöhner (der als Verantwortlicher auf dem Flugblatt angeben ist) fiel bisher hauptsächlich in den sozialen Medien durch die Weiterverbreitung von Hassbotschaften und der Teilnahme an Kleinstkundgebungen auf.

Der Text, der von Unbekannten auch in den Briefkasten der Koordinierungsstelle eingeworfen wurde, wimmelt vor menschenverachtender Hetze und kruden Thesen zur politischen Gesamtlage. In mittlerweile szenetypischer "Lügenpresse"-Rhetorik wird von einer angeblich von den "Volksverrätern" in den Regierungen orchestrierten "Kolonisierung Europas" fabuliert.

Weiterhin werden Geflüchtete als "Lumpenproletariat" bezeichnet, während Deutsche als "leistungsfähigstes Volk der Welt" angeblich durch eine "europäische Mischrasse" ausgelöscht werden sollen.

Die vorgebrachten Thesen sind eindeutig rassistischer, fremdenfeindlicher und schlichtweg unmenschlicher Natur. Die "Aktionsgruppe" positioniert sich mit ihrer bizarren Einschätzung einmal mehr mitten im extremistischen Spektrum. Mit der "westlichen Identität", die man zu verteidigen vorgibt haben solche Gedanken herzlich wenig zu tun. Vielmehr offenbaren sich durch derartige Texte die von den Kameraden diagnostizierten angeblichen "Zivilisationsdefizite" der Geflüchteten offensichtlich bei Wagenlöhner und seinen Anhängern selbst.

 

Übergriffe auf Geflüchtete

 

Weiterhin teilte die in Oldenburg ansässige interkulturelle Arbeitsstelle IBIS diese Woche mit, mehrere ihrer ehemaligen Klienten seien in Oldenburg aufgrund ihres Aussehens und ihrer Herkunft beleidigt und mit rechtsextremen Gesten bedrängt worden.

Diese Vorfälle sind aufs Schärfste zu verurteilen. Es ist unerträglich, dass auf den Straßen einer gut situierten Stadt wie Oldenburg gegen Hilfesuchende gehetzt wird.

 

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