Neues von der NPD (5)

Im Zuge der am 11. September anstehenden Kommunalwahl dokumentieren wir in diesem Beitrag ausgewählte Beiträge der Social-Media-Präsenz der Oldenburger NPD im August ebenso wie Geschehnisse bezüglich des Wahlkampfes der rechtsextremen Partei.


Dienstag, 9. August 2016

Vergewaltigungsphantasien gegenüber politischen Gegnerinnen

Als Repost teilt die NPD Oldenburg eine Grafik, die zwecks der Bedrohung von Antifaschistinnen sexuelle Gewalt durch Flüchtlinge andeutet. Die Grafik stammt aus einer Facebook-Gruppe, in der eine Vielzahl rassistischer, NS-verherrlichender sowie verschwörungsideologischer Inhalte verbreitet werden. Der Beitrag rekurriert dabei auf das rassistische Stereotyp des triebgesteuerten Nicht-Ariers bzw. Nicht-Deutschen. Weitere Inhalte der Gruppe, der die NPD ihren Beitrag entlehnt, sind offen völkisch-national oder handeln von Rechtsrock.

 

Mittwoch, 10. August 2016

Israelfeindliche Inhalte

Unkommentiert wird ein Beitrag der Facebook-Seite "Anti Illuminati" geteilt. Auf dieser Trutherseite, der ca. 50.000 Menschen folgen, finden sich offen antisemitische Inhalte (augenscheinlich strafrechtlicher Relevanz).

Montag, 15. August 2016

Sexistische Diffamierung verschiedener Politikerinnen

Unter dem Titel "Die verkörpern das hässliche Deutschland!" werden Fotos verschiedener Politikerinnen veröffentlicht, die als "potthässliche Ex-STASI-Schreckschrauben", "totale Gesichts-Scharbracken" beleidigt werden. Die NPD Oldenburg schließt sich dem Vorschlag an, dass "hübschere Frauen" machtvolle Positionen bekleiden sollten. Dieser diskrimierenden und sexistischen Beleidigung folgend wird etwa die AFD-Politikerin Frauke Petry als Alternative vorgeschlagen, was abermals die zwiespältige Haltung der NPD zu ihrer rechtspopulistischen Konkurrenzpartei offenlegt und vorherige Posts gewisserweise karikiert.

 

Mittwoch, 17. August 2016

Gedenkgrafik für den NS-Kriegsverbrecher Rudolf Heß

Positiv bezugnehmend wird ein Bild des NS-Kriegsverbrechers Rudolf Heß von der neonazistischen Aktionsgruppe Weser/Ems zwecks dessen Gedenken zum Todestag repostet. Heß, der als Stellvertreter Hitlers galt, wird in rechtsextremen Kreisen als ideologischer Märtyrer inszeniert.

Donnerstag, 18. August 2016

Störung der Wahlkampfaktivitäten

Am späten Abend entwendet ein unbekannter Mann beim Aufhängen von Wahlplakaten die Leiter des noch darauf befindlichen NPD-Aktivisten. Dieser erleidet beim Herabklettern laut Polizeibericht leichte Verletzungen, der Dieb der Leiter flüchtet unerkannt.

 

Samstag, 20. August 2016

Infostände in Oldenburg

Die NPD veranstaltet mindestens zwei Infostände im Stadtgebiet. Vor Ort sind unter anderem das Ratsmitglied Ulrich Eigenfeld und der langjährige NPD-Aktivist Daniel Gawenda.

 

Montag, 22. August 2016

Antisemitische Verschwörungstheorien

Unter der Ankündigung, man könne nachfolgend „nachlesen wer die Welt in Wirklichkeit regiert [sic]“ bezieht sich die NPD Oldenburg erneut offen auf eine Webseite, auf der die Existenz einer jüdischen Weltverschwörung propagiert wird. Als klassisch antisemitische Behauptung, die in ungebrochener Tradition an die politische Programmatik der NSDAP anknüpft, finden sich hier weiterhin vulgäre Karikaturen in Stürmer-Manier wie auch der Versuch, Juden unter Nennung deren Namen als 'Volksschädlinge' zu denunzieren.

 

 

Am selben Tag erfolgt außerdem eine propagandistische Stickeraktion zu der Parteikampagne Nein zum Heim.

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