Neues von der NPD (6) Lügenmedienkompetenz

So gespalten das politisch rechte Spektrum dieser Tage auch ist, bei einer Sache ist man sich sicher: Die Medien belügen uns nach Strich und Faden. So wird ein angeblich von der Regierung Merkel installiertes Verschwörungskonstrukt imaginiert, welches Funk, Print und Fernsehen im Dienste der langsamen Zersetzung Deutschlands unter Kontrolle gebracht haben soll.

 

Doch glücklicherweise gibt es ja das Internet. Hier können sich Rechtsextreme jeglicher Couleur nach bester Pipi Langstrumpf Methode eine eigene Wahrheit konstruieren. Die Welt wird sich hier gemacht, wie sie dem Zielklientel gefällt. Hemmungslos werden von Rassismus, über Antisemitismus, bis hin zu sexuellen Gewaltphantasien nahezu alle Spielarten der Menschenfeindlichkeit bedient.

Doch im Furor der digitalen Verteidigung der "Volksgemeinschaft" kommt es mitunter auch zu tragikomischen Fehltritten. So ist der Admin der Facebook-Seite der Oldenburger NPD, Albert Wille, jüngst einer Meldung der Satireseite "Morgengagazin" aufgesessen, nach der sich SPD, Grüne und Linke auf Volker Beck als gemeinsamen Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten geeinigt hätten. Offenbar hat man sich nicht die Mühe gemacht, besagten Artikel vorher zu lesen, denn sonst hätte man vielleicht schon anhand der Fotomontagen erahnen können, dass es sich um Satire handelt. Entweder hat man also bewusst täuschen wollen oder war nicht in der Lage Satire von Realität zu unterscheiden.

Noch bevor die Kameradschaft "Freies Oldenburg", per Kommentarfunktion zur Hilfe eilen konnte um die NPD auf den Fauxpas hinzuweisen war es bereits geschehen. Ein NPD-Sympathisant fragt mit Blick auf Beck, der als Hassfigur der rechten Szene gilt: "Geht's noch perverser?".

Diese Frage sollte sich die NPD bezüglich ihrer medialen Positionierung vielleicht mal selbst stellen.

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