Lokale Neonaziaktivist*innen im "Sanitätsdienst Nordland"

Bereits seit einiger Zeit etablieren sich spezialisierte Dienstleister für den rechtsextremen Demobetrieb. Neben politisch eindeutig positionierten Sicherheitsdiensten haben sich mit dem "Demo-Sanis Kameradschaftsdienst" und dem "Kameradschaftlichen Sanitätsdienst Nordland" mindestens zwei Gruppen im Nordwesten gebildet, die sanitätsdienstliche Versorgung für einschlägige Veranstaltungen anbieten.

 

Auf der Website der "Demo-Sanis" liest sich das Aufgabenprofil der Gruppe wie folgt:

 

"Zur Überwindung des herrschenden Systems, bedarf es Widerstand und Aktion auf allen Ebenen und mit verschiedensten Mitteln. Widerstand und Aktion bringen natürlich einige unangenehme Begleiterscheinungen mit sich.
Gerade bei öffentlichen Aktionen – in Form von Demonstrationen – kommt es nicht selten zu teils erheblichen Verletzungen, zumeist verursacht durch Schimanski & Co, oder im Zuge von Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner; sprich Antifaschisten, Roten, Anarchisten und ähnlich perversen Auswüchsen der Moderne."

 

Zuletzt konnten beide Gruppen, die offenbar meist in Kooperation auftreten, ihren Kampf gegen die "perversen Auswüchse der Moderne" sowohl bei den beiden Neonazi-Festivals in Themar (15.07. und 29.07.17) als auch im Zuge des Rudolf Heß Gedenkmarsches in Berlin-Spandau (19.08.17) fortsetzen.

 

Als umtriebiger Kern des Dienstes "Nordland" tritt dabei immer wieder Jens Malte Hiller auf, der über längere Zeit sein Unwesen als aktiver Neonazi in verschiedenen Gruppierungen in Wilhelmshaven und umzu trieb (Beispiel).

Auch das Wappen der Gruppe ist vielsagend. Neben der Flagge des ehemaligen Deutschen Reiches, zeigt es auch zwei sogenannte Lebensrunen. Diese wurden in der Zeit des Nationalsozialismus u.a. als Abzeichen des Sanitätsdienstes der SA verwendet.