Rückblick auf rechtsextreme Aktivitäten im Sommer

Beispiel eines Aufklebers
Beispiel eines Aufklebers

Aufkleberfunde im Stadtgebiet Oldenburg

Wie bereits in der Vergangenheit (hier, hier, hier, hier und hier) wurden der Koordinierungsstelle auch in den vergangenen Monaten wieder zahlreiche rechtsextreme Szeneaufkleber gemeldet. Diese wurden offenbar aus unterschiedlichen Versandshops im Internet bestellt und anschließend im öffentlichen Raum aufgebracht. Einige Aufkleber entstammen dem Onlineshop "Druck18.de", welcher von dem mehrfach unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilten thüringischen Neonazi Tommy Frenck betrieben wird. Die "18" steht in diesem Zusammenhang für einen Szenecode, welcher sich auf den ersten und achten Buchstaben im Alphabet bezieht und für "Adolf Hitler" steht.

Andere Kleber wurden von aus dem Onlineshop des bekannten rechtsextremen Medienportals "FSN-TV" (steht für "Frei, Sozial, National") geordert. Wieder andere wurden von der lokalen Kameradschaft "Freies Oldenburg" in Eigenregie entworfen. Letztere ist höchstwahrscheinlich auch für die Verteilung eines Großteils der Aufkleber verantwortlich, hatte sie doch zu Beginn des Jahres zu einer "Propagandaoffensive 2020" aufgerufen.

 

Auszug aus einem Flugblatt zur Corona-Krise
Auszug aus einem Flugblatt zur Corona-Krise

Verteilung von Flyern in Oldenburg

Auch zur Verteilung verschiedener Hetzflyer ist es in der Vergangenheit immer wieder gekommen (hier, hier, hier, hier und hier). Auch im Sommer 2020 wurden von Unbekannten zu verschiedenen Themen Flugblätter erstellt und verteilt.

So wurde im Juni diesen Jahres im Rahmen der bundesweiten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung ein augenscheinlich selbst mit dem Fotokopierer erstelltes Flugblatt in Briefkästen in Oldenburg verteilt (in Auszügen rechts abgebildet). Dieser setzt unter anderem die Corona-Maßnahmen mit dem Holocaust gleich und bedient sich verschiedener antisemitischer Stereotype. Zudem ruft der Flyer zur Teilnahme an Protestaktionen auf.

 

Zudem kam es zu mindestens einer weiteren Verteilaktion aus dem sogenannten "Reichsbürger- und Selbstverwalterspektrum". Das betreffende Flugblatt ist zum wiederholten Male an verschiedene Einrichtungen aber auch Privathaushalte verteilt worden und besteht aus Texten, welche die rechtliche und historische Legitimität der Bundesrepublik Deutschland anzweifeln. Stattdessen, so die Autoren, bestünde das Deutsche Reich weiter. Zu Aktivitäten sogenannter Reichsbürger in Oldenburg haben wir vor einiger Zeit bereits einen Bericht verfasst.

Schwarzes Kreuz in Oldenburg
Schwarzes Kreuz in Oldenburg

Aktion "Schwarze Kreuze"

 

Am 13. Juli 2020 fanden sich an verschiedenen Oldenburger Straßenschildern schwarze Kreuze mit der Aufschrift „Deutsche Opfer – Fremde Täter“. Hierbei handelt es sich um eine jährlich stattfindende Aktion der rechten Szene. Wie schon in den Jahren zuvor haben auch Szeneangehörige aus Oldenburg an der Aktion teilgenommen und die hier abgebildeten Kreuze hergestellt und aufgehängt.