"Impfung macht frei"-Aufkleber in Oldenburg

Erneut hat am Wochenende eine Verteilaktion von Aufklebern aus dem Umfeld der "Querdenker"-Gruppierung stattgefunden. Bereits in der Vergangenheit wurden die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie im Allgemeinen und die Impfkampagne gegen das Virus im Besonderen von den "Querdenkern" in Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gestellt:

- Im Sommer 2020 wurde in Oldenburg ein Flyer in Umlauf gebracht, der u.a. eine Karikatur mit der Beschriftung "Impfen macht frei" und weitere Texte mit teils offen antisemitischen Verschwörungserzählungen enthielt.

- Im Oktober 2020 wurden im Stadtgebiet mit einem Hakenkreuz und der Beschriftung "Wollt ihr den totalen Lockdown?" versehene Aufkleber verteilt.

- Wiederholt wurden auf "Querdenken"-Veranstaltungen auch in Oldenburg Plakate mit der Beschriftung "Impfen macht frei" gezeigt. Zudem behingen sich Teilnehmer*innen mit gelben Sternen, da sie sich selbst offenbar in der Rolle der im Holocaust verfolgten Jüd*innen verorteten.

- Auch die lokalen mit den "Querdenken" assoziierten Chatgruppen verbreiten in besorgender Regelmäßigkeit antisemitische und menschenverachtende Inhalte ohne das es in den Gruppen zu Widerspruch kommt. 

 

Die am vergangenen Wochenende verteilten Aufkleber zeigen vermutlich eine Fotomontage des Eingangstores des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Angesichts des Leids der im Holocaust verfolgten Menschen sind die zynischen Vergleiche der "Querdenker" im besten Falle Ausdruck einer beschämenden Unkenntnis der historischen Tatsachen und im schlimmsten Falle Belege einer ungezügelten antisemitischen Verschwörungsideologie.